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Training bei Krankheit

In schöner Regelmäßigkeit schwappt jährlich zwischen Oktober und Februar eine Grippe- und Erkältungswelle durch Deutschland und sorgt für triefende Nasen und einen erhöhten Absatz von Erkältungsmitteln. Für den Normalbürger bedeutet das eventuell ein paar arbeitsfreie Tage, in jedem Fall heißt eine Erkältungskrankheit eine herabgesetzte Leistungsfähigkeit, psychisch wie auch physisch. Doch was bedeutet eine Erkrankung für den Trainierenden oder leistungsorientierten Sportler?

Wie reagiert der Körper auf eine Erkältung und was geschieht im Körper?

Die herkömmliche Erkältung wird durch Bakterien verursacht, die sich in den Atemwegen festsetzen und für eine laufende Nase, Husten und erhöhte Temperatur sorgen. Wenn es ganz heftig kommt schließt sich eine Nasennebenhöhlenentzündung an. Im Körper arbeitet die Immunabwehr jetzt auf Hochtouren, ein großer Teil des körpereigenen "Energieakkus" wird zur Bekämpfung der Erkältung benötigt. Jetzt Sport zu treiben, dagegen sprechen mehrere Gründe:

• die Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt
• die Regenerationsdauer ist erhöht
• Gefahr von Entzündungen im Körper
• Medikamenteneinnahme

Durch die Krankheit setzt sich die Leistungsfähigkeit herab. Der Körper ist durch die Bekämpfung der Bakterien nicht auf sportliche Leistungen eingestellt. Dies gilt für Leistungssportler sogar noch mehr als für Freizeit- und Breitensportler, hier wird der Körper täglich an seiner Leistungsgrenze belastet, umso schwerer wiegt eine Erkrankung und ihre Folgen. Wer sich jetzt sportlich belastet, egal ob Kraft- oder Ausdauertraining, wird Probleme haben, seine gewohnte Leistung zu bringen. Wer es doch tut, merkt spätestens an den folgenden Tagen die Auswirkungen der Erkältung: man fühlt sich länger sehr schlapp, der Ruhepuls ist stark erhöht, Probleme mit der Luft im Alltag (Treppensteigen etc.) und Schlafprobleme können ebenfalls als Zeichen von Übertraining bzw. Überanstrengung auftauchen. Eine weitere Gefahr besteht in der verstärkten Durchblutung beim Sport. Die lokale Infektion kann durch das Blut in Herzmuskel oder Nieren wandern und so im schlimmsten Fall eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) hervorrufen. Ebenfalls kritisch zu betrachten ist die Medikamenteneinnahme während einer Erkältung; die Medikamente lindern zwar die Symptome und lassen das Befinden steigen, allerdings bleiben die Ursachen der Erkrankung weiter bestehen und zusätzlich können viele Medikamente wie z.B. das "Hausmittel" Aspirin auf die Konsistenz des Blutes oder den Blutdruck wirken. Somit entstehen neue Risiken beim Sport, zusätzlich zur bestehenden Erkältung!
Ein No-Go für Training und Wettkampf ist immer die Einnahme von Antibiotika! Hier gilt, daß das Medikament zu Ende eingenommen wird und danach erst mit leicht dosiertem Training fortgefahren wird.

Was also tun?

Meine Empfehlung bei einer sich anbahnenden oder akuten Erkältung: Setzen Sie mit dem Training aus und geben Sie ihrem Körper alle Energie zur Verfügung, die er zur Immunabwehr braucht. So vermeiden Sie ein Verschleppen der Erkältung, werden auch schneller wieder gesund und können früher wieder mit Ihrem Training fortfahren.
letztes update: 2010-10-25 14:07:10 von Markus | lock | Sitemap | sportpabst.de/Kolumne/Training_bei_Krankheit