Was tun bei Muskelverhaertungen
Druckempfindliche Stellen im Muskel und spannende Regionen in der Muskulatur kennt der Freizeitsportler genauso wie der leistungsorientierte Sportler. Im Umgang damit unterscheiden sich die Selbstversorger dann aber meist deutlich vom betreuten Athleten, der durch Physio oder Athletiktrainer Hilfestellungen und Anleitungen bei den Regenerationsmaßnahmen erhält.
Myogelose, Muskelverhärtung oder Hartspann
Das Symptom der Muskelverhärtung, also tastbaren und druckempfindlichen Regionen im Muskel ist unter dem Fachbegriff Myogelose beschrieben. Im deutschen Sprachgebrauch findet sich mitunter auch die Bezeichnung des sog. Hartspanns.
Ursache der Myogelose sind entzündliche Prozesse im Muskel, die durch Erkrankung oder auch durch intensive Beanspruchung entstehen können. Neben der tastbar begrenzten Verhärtung oder Verklebung der Muskulatur kann in der Muskeldiagnostik ein verringertes Bindegewebe (Endomysin) in der betroffenen Region festgestellt werden. Betroffene Muskeln sind bei chronischen Myogelosen eher gefährdet, eine Zerrung oder einen Muskelfaserriss zu erleiden. Insofern stellt die Behandlung der Myogelosen neben der akuten Versorgung auch eine Form der Prävention dar.
Dehnung hilft - aber nicht sofort
Dehnung wird als Therapieform gerne angeführt, hat aber den entscheidenden Nachteil, daß auf die Dehnung primär die geschmeidigen Anteile der Muskulatur reagieren und die verhärteten Bereiche nur einen geringen Anteil der Dehnung annehmen. Man kann sich bildlich vorstellen, dass bei starkem Zug ein leichteres Gummiband schneller in die Länge gezogen wird, als ein kräftigeres Band. Verknüpft man die beiden Bänder, so wird sich der auf beide Bänder ausgeübte Zug stärker auf das leichtere Band übertragen. Das stärkere Band nimmt den Zug, bzw. die Dehnung nicht so gut an. Im Ergebnis wird also die leichter dehnbare Region (nicht verhärteter Part des Muskels) stark gedehnt und die festere Region (verhärteter Teil des Muskels) wenig gedehnt! Als effektivere Variante der Behandlung hat sich die im Folgenden vorgestellte Methode in drei Schritten erwiesen:
Im ersten Schritt wird die betroffene Muskulatur durch leichte Bewegung erwärmt und die Durchblutung angeregt. Hier bieten sich einfache Bewegungen mit dem Eigengewicht an (z.B. Armkreisen in Varianten für die Schulter; Walking Lunges für die Oberschenkel etc.), die keine hohe Intensität erreichen, aber die betroffene Muskulatur zunehmend durchbewegen.
Im zweiten Schritt erfolgt eine gezielte Bearbeitung der Myogelosen nach dem Prinzip „search & destroy“ (Suchen und Zerstören). Was sich im ersten Moment etwas martialisch anhört beschreibt eine Form der Massage, z.B. mit einem Massageroller oder einem Igelball, bei der der Muskel massiert wird und die verhärteten Stellen gezielt gesucht werden. Ist eine solche Verhärtung gefunden, wird diese Stelle gezielt massiert, so daß die Verhärtung gelöst wird. Stellt sich eine spürbare Besserung ein, wird der nächste verhärtete Punkt gesucht und ausmassiert.
Im dritten Schritt empfehle ich eine Dehnung des betroffenen Muskels als ganzes, um die neu gewonnene Geschmeidigkeit des Muskels zu nutzen und die Verkürzung zu reduzieren. Im Alltag neigt ein verhärteter Muskel ganz massiv dazu, nicht den ganzen Bewegungsrahmen auszuführen, es entstehen neben den Verhärtungen auch Verkürzungen der Muskulatur.
Bei massiven Beschwerden der Muskulatur sollte in jedem Fall erst die Diagnose eines Arztes oder Physiotherapeuten eingezogen werden, um andere schwere Schädigungen der Muskulatur auszuschließen.
letztes update: 2011-04-19 10:50:23 von Markus |
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